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Tempel auf BaliLange Zeit war Bali in niederländischer Hand, jedoch waren die Niederländer keine wohlwollenden Kolonialherren. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts gab es wiederholt schwere Auseinandersetzungen zwischen Balinesen und Kolonialisten. Als der indonesische Präsident 1945 schließlich die Unabhängigkeit seines Landes – und damit auch Balis – deklarierte, schienen die Unruhen endlich Geschichte zu sein. Doch die Besetzer akzeptierten die Selbstständigkeit der Insel nicht: Erst nach vier Jahren Kämpfen bestätigten die Holländer schließlich die Autonomie der Republik.

Seitdem ist Indonesien der Verfassung nach eine zentralistisch geführte Präsidialrepublik. Die Grundlage des Staates bilden fünf Prinzipien: der Glaube an einen allmächtigen und alleinigen Gott, Humanität, nationale Einheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit. Das Staatsmotto unter dem die vielen Kulturen Indonesiens zusammen gehalten werden sollen, lautet „Bhinneka Tunggal Ika“ – javanisch für „Einheit in der Vielfalt“. Seit 2004 wird der indonesische Präsident unmittelbar vom Volk gewählt. Erster auf diese Weise  gewählter Präsident wurde der frühere General Susilo Bambang Yudhoyono.

Die Struktur des Vielvölkerstaats Indonesien sieht 27 Provinzen vor, von denen Bali eine ist. Sitz des dortigen Gouverneurs ist Denpasar. Er untersteht direkt dem Innenministerium in Jakarta. Bali ist als Provinz in acht Bezirke unterteilt, die so genannten „kabupaten“.

Balis berühmte ReisterrassenDie Landwirtschaft ist Balis Haupteinnahmequelle. Etwa drei Viertel der Bevölkerung arbeitet in diesem Sektor. Am häufigsten wird Reis angebaut, meistens jedoch, um den Eigenbedarf zu decken. Er wächst auf terrassenförmig angelegten Nassreisfeldern. Erst kurz vor der Ernte werden diese „sawahs“ trockengelegt.

Außer dem Reis, der nahezu überall auf der Insel anzufinden ist, bauen Balinesen in den Bergregionen vor allem Kaffee, Gewürznelken, Obst und Gemüse an. Neben der Landwirtschaft ist Fischfang eine traditionsreiche und weit verbreitete Tätigkeit auf Bali. Relativ neu hingegen ist die Zucht von Meeresfrüchten in Küstennähe und die Salzgewinnung. Der einzige international erfolgreiche Wirtschaftszweig ist die Textilindustrie: Frauen fertigen teilweise in Handarbeit Designer-Strandkleidung, die im In- und Ausland verkauft wird.

Der Tourismus ist das wichtigste wirtschaftliche Standbein Balis. Die Insel ist mit vier Millionen Besuchern jährlich die am häufigsten bereiste Provinz Indonesiens. Die meisten Touristen kommen aus Australien, Japan, Deutschland, den USA und den Niederlanden. Besonders reizvoll sind die vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten und der ganz spezielle künstlerische Charme der Insel.