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Menschen auf BaliSo vielfältig wie die Landschaft sind auch die Bewohner Balis. Die Bevölkerung setzt sich aus verschiedenen ethnischen Gruppen zusammen, die zwischen 2500 und 1500 vor Christus aus dem südchinesischen Raum eingewandert sind. Inzwischen hat Bali etwa 3,2 Millionen Einwohner und ist die einzige hinduistisch geprägte Region außerhalb Indiens.

Den Grundstein für die Hinduisierung legten indische Händler und Missionare schon im Jahr 100 nach Christus. Sie brachten den Hinduismus etwa zeitgleich mit dem Buddhismus nach Indonesien. Die Javaner vermischten beide Glaubensrichtungen miteinander, aber auch ihre ursprünglichen religiösen Vorstellungen fanden einen Weg in die neue Religion. Die Glaubens-Mixtur war lange Zeit ausschließlich in Java anzutreffen. Im 10 Jahrhundert fand sie jedoch ihren Weg nach Bali, als eine javanische Prinzessin einen balinesischen Thronfolger heiratete. Auf der Insel wurde die Mischung mit dem alten Animismus und dem tradierten Ahnenkult erweitert. So entwickelte sich die Hindu-Dharma-Religion, zu der sich heute 94% der balinesischen Bevölkerung bekennt.

Menschen auf BaliAuch die Gesellschaftsstruktur Balis weist deutlich indische Einflüsse auf: Man unterscheidet, ähnlich dem indischen Varnasystem, in vier Kasten. Die Brahmanen sind Priester und stehen an der Spitze der Hierarchie. Ihnen unmittelbar untergeordnet ist der Hochadel, die Ksatria. Der niedere Adel, der Wesia, bildet die dritte Kaste. Jedoch gehören nur drei Prozent der balinesischen Bevölkerung einer dieser Kasten an. Den größten Teil der Gesellschaft stellt das einfache Volk dar, das Sudra oder Jaba genannt wird.

Doch auch heute finden Reisende Spuren der vorhinduistischen Kultur: Die Bali Aga, die Ureinwohner der Insel, haben sich konsequent dem hinduistischen Glauben und dem balinesischen Kastensystem verschlossen. Sie pflegen noch heute die alten Traditionen: Sie leben gemeinschaftlich in kleinen Dörfern, teilen die Erlöse aus der Landwirtschaft miteinander und verehren den Gott Indra. Eines dieser Dörfer ist Tenganan Pegeringsingan mit 300 Einwohnern. Es liegt drei Kilometer nördlich von Candi Dasa und ist für Besucher offen.

Familienbande

Die Familie ist die kleinste und wichtigste soziale Einheit und steht daher stets an erster Stelle. Sie ist auf Bali wie in vielen Ländern Südostasiens Altersvorsorge und Sozialversicherung zugleich. Ein balinesischer Familiensitz ist meist nach demselben Prinzip erbaut: Umgeben wird er von einer Umfassungsmauer, eine freistehende Schutzmauer hinter dem Eingang soll vor Dämonen schützen. Zentrum des Familienanwesens ist der Innenhof, um den sich die einzelnen Gebäude und offene Pavillons, auch "bale" genannt, gruppieren. Im Familienpavillon werden die Übergangsriten der Familie zelebriert, so zum Beispiel die traditionelle Zahnfeilung Matatah, die Hochzeit Pewiwahan und die Verbrennung Ngaben. Die Ahnen werden in Familienschreinen verehrt, die Balinesen als Herzstück des Anwesens sehen. Hier beten Angehörige täglich und bringen Opfer dar.

Reisbauer in seinem FeldDie meisten Balinesen arbeiten in der Landwirtschaft. Gerade im Reisanbau ist ihr ausgeprägter Gemeinschaftssinn deutlich zu erkennen: Die Reisbauern haben sich zu einzelnen "subak" vereinigt, Reisbaugenossenschaften, die anstehende Aufgaben organisieren und koordinieren: Der Verband entscheidet, wann Felder geflutet werden, teilt die Arbeit unter den Reisbauern auf, die ihre Felder über einen gemeinsamen Flusslauf bewässern, legt den Erntezeitpunkt fest und sorgt für Opfergaben an die Götter.

Die Götter spielen ohnehin eine wichtige Rolle im Leben der Balinesen. Die meisten Bewohner verehren den Gott Shiva, dessen Name „der Gütige“ bedeutet. Shiva ist neben Vishnu und Brahma Teil der hinduistischen Trinität und steht hierbei für das Prinzip der Zerstörung. Außerhalb der Dreifaltigkeit steht der Gott allerdings für das Prinzip der Extase, tanzend verkörpert er den Kreislauf der Zeiten, von der Schöpfung bis zur Zerstörung.