Bali gilt als Insel der Künstler, obwohl die Kunst erst mit dem beginnenden Tourismus zum Beruf wurde. Die meisten Balinesen verdienen ihren Lebensunterhalt als Reisbauern. Aber in ihrer Freizeit sind sie Tänzer, Holzschnitzer, Maler oder Musiker – quasi nebenbei, zur Freude der Götter. Denn auf Bali sind Kunst und Gottesanbetung eng miteinander verwoben.
Mit der Zeit bildeten sich einige Kunstzentren im Südosten der Insel. Ubud gilt als Dorf der Malerei, Mas ist Zentrum der Holzschnitzkunst und Celuk gilt als Dorf der Silberschmiede. Hier können Sie nicht nur schöne Kunstwerke besichtigen, sondern auch typisch balinesische Souvenirs erstehen.
Die Herstellung außergewöhnlicher Textilien ist die einzige von Frauen dominierte Kunstform. Besonders sehenswert sind die mit Gold- und Silberfäden durchzogen „Songket“-Stoffe, die vornehmlich für die Festtagssarongs verwendet werden. Zwar ist in ganz Indonesien das Ikat-Weben zur Kunstform erklärt worden, doch nur die Frauen des balinesischen Dorfs Tenganan im Osten der Insel beherrschen noch die traditionelle Technik des Doppel-Ikat. Hier sind jedoch nicht nur die Frauen fleißig - die Männer haben in Tenganan eine weitere balinesische Tradition erhalten: die Gestaltung von Lontarbüchern. Hierfür werden Blätter der Lontar-Palme mit altbalinesischen Texten und Illustrationen bemalt. Die Darstellungen werden anschließend mit Hilfe einer Öl-Ruß-Mischung sichtbar gemacht.
Nicht nur die Menschen auf Bali sind vielseitig, auch die Natur auf der „Insel der Götter und Dämonen“ hat viele Gesichter. Die Bergseen bei Bedugul sind malerisch von nebelverhangenen Wäldern umsäumt und laden zu aufregenden Entdeckungstouren ein. Ein völlig anderes Bild bieten die Reisplantagen in Zentralbali: der Reis wächst auf terrassenförmigen Nassfeldern, die einem ganz speziellen Bewässerungssystem folgen. Die ausgeklügelte Technik ist sehr alt: Bereits vor Christus Geburt wurde Reis auf diese Weise angebaut.
Die beiden heiligen Berge, die Vulkane Gunung Batur und Gunung Agung, sollten Sie unbedingt gesehen haben. Schließlich bietet sich nicht alle Tage die Möglichkeit, den Sitz der Götter aus der Nähe zu be-trachten, wie es die Balinesen glauben. An die Hänge der heiligen Berge schmiegen sich viele Tempel und Schreine, die Sie besichtigen können. Bali ist ohnehin eine Insel der Tempel – an jedem Wegesrand, in jeder Stadt, auf den Feldern und sogar in den Seen stehen Schreine, an denen die verschiedenen Gottheiten verehrt werden. Die schönsten und wichtigsten Tempelanlagen haben wir für Sie unter der Rubrik Faszination Tempel aufgelistet.
In Amlapura, im Osten der Insel, erwartet Sie ein einzigartiges Wasserschloss aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert. Als Gegenstück zu diesem Palast errichtete der letzte Raja der Provinz in den 1940er Jahren einen weiteren Wasserpalast. Leider wurden beide Paläste durch den Ausbruch des Gunung Agung im Jahr 1963 stark beschädigt. Daher sind nur noch die Gartenanlagen zu besichtigen. Diese sind allerdings sehr gut erhalten und mit Brunnen und Bachläufen übersät – genießen Sie eine Wanderung durch die üppig-grüne Pracht.
Sie wollen einen einzigartigen Überblick über die Landschaft Balis bekommen? Dann bietet sich ein Ausflug zum Bratan-See an. Die Straße führt Sie in Kurven durch weite, tiefgrüne Reisterrassen hinauf ins Hochland. Von hier aus haben Sie einen einmaligen Blick auf wolkenumhüllte Vulkane, tiefe Taleinschnitte und die Küstenlinie. Sie fahren weiter, an Kaffee-, Kakao- und Vanillepflanzungen vorbei, die Ihre Sinne beflügeln und erreichen schließlich den See. An seinem Rand steht der Tempel Ulun Danau, der der Wassergöttin geweiht ist.